Ein brisanter Schulweg

Heute ist es endlich so weit. Montagmorgen und ich darf das erste Mal alleine mit Auto zur Schule fahren. Schnell noch ein paar Kumpels abholen und dann geht’s los. Ein bisschen unsicher fühle ich mich aber doch schon, ohne Erwachsenen im Auto. Aber das kann ich vor meinen Freunden ja nicht zeigen.

Natürlich durchgehend nur Gelaber im Auto. Nur über das Wochenende. Die Beiden hatten schon ein interessantes Erlebnis am Wochenende. Wie immer eigentlich, aber das letzte Wochenende wird, laut Hans, wohl nichts mehr übertreffen.

Zack! Da haben wir den Mist. Einfach von der Straße abgekommen. Ich war abgelenkt, habe mich überhaupt nicht mehr auf die Straße konzentriert. Alles nur wegen Hans und Peter! Erzählen von ihrem angeblich geilen Wochenende, fummeln am Bordcomputer rum, spielen mit den Fenstern rum, wie soll ich mich dabei noch auf die Straße konzentrieren?
Da nimmt man netterweise seine Kumpels mit zur Schule und dann können die sich mit ihren 18 Jahren nicht mal für 20 Minuten im Auto benehmen. Unverschämt sowas!

Ich bin mächtig sauer auf die Beiden. Für diesen Moment ist Ruhe im Auto. Keiner sagt etwas. Ein paar Sekunden sind schon vergangen, bis Hans sichtlich geschockt fragt: „Alles gut bei euch?“ Peter meinte: „Bei mir ja, und bei dir Jannik?“ „Alles gut. Zum Glück.“ Natürlich war nicht alles gut bei mir, schließlich hätte es viel schlimmer ausgehen können und es ist das Auto von meinen Eltern. Aber ich muss ja so tun als ob mir der kleine Unfall egal ist. Es ist auch nur auf einer kleinen Straße, wo uns hoffentlich keiner sieht und die Polizei ruft.

„Lass uns mal nach dem Auto schauen, Jannik“, schlägt Peter vor. Wir steigen aus und nehmen das Auto erstmal genau unter die Lupe. Wenn das auch nur einen kleinen Kratzer hat, dann kann ich das in Zukunft vergessen, mit dem Auto zur Schule zu fahren. Jetzt gerade habe ich aber nichts anderes im Kopf, als das Auto. Hans und Peter fanden keine Mängel am Auto. Ich glücklicherweise auch nicht. Aber schmutzig ist das Auto schon. Ich glaube sogar, dass Mama gestern noch in der Waschanlage war. So kann und will ich das Auto auf jeden Fall nicht wieder in die Garage stellen. Das würde so ein Ärger geben. „Wir fahren nach der Schule zu mir und putzen das Auto einfach“, meint Hans, „meine Eltern sind sowieso nicht da.“ Peter stimmt zu. Das wird die beste Idee sein, das Auto bei Hans zu waschen, aber das können die Beiden alleine machen. Strafe muss sein.

Aber egal, erstmal müssen wir sowieso zur Schule. Und zwar zügig. Ich setzte mich ins Auto, Hans und Peter dürfen anschieben. Irgendwie muss man ja aus dem Dreck rauskommen. Aber selber Schuld, die hätten auch einfach beim Fahren mal Ruhe geben können. Das haben sie davon. Vielleicht lernen die Beiden ja daraus.