Eine etwas andere Fahrstunde

Endlich war es so weit, ich durfte anfangen, meinen Führerschein zu machen. Da saß ich nun in meiner ersten Fahrstunde, wie ein Erwachsener, hinter dem Lenkrad. Rechts von mir saß mein Fahrlehrer, der mir auf die Finger schaute. Es ging los. Wir fuhren gefühlt durch jede Gasse, die es in der Innenstadt gibt. Alles musste für die Prüfung sitzen. Ich durfte keine Fehler machen, sonst würde ich durchfallen.

Das Autofahren wurde immer leichter für mich. Es wurde zur Routine, so zu fahren, dass mein Fahrlehrer zufrieden war. Ich konnte mit den 150 PS gefühlt perfekt umgehen.

In der vorletzten Fahrstunde vor der Prüfung fing mein Fahrlehrer aber mit etwas Komischen an. Er zeigte mir während der Fahrt ein Bild auf seinem Smartphone und fragte mich, was ich davon halten würde. Ich riskierte einen Blick auf das Bild. Es fühlte sich schlecht an, meine Augen nicht auf die Straße zu richten. Also machte ich nur ein Anstandsgrinsen und konzentrierte mich wieder auf das Wesentliche, das Autofahren.

Nach einer halben Stunde tat er es erneut. Diesmal war es jedoch ein Video. Ich musste einfach hingucken, da es über meinen Lieblings Komödiant war. Ich konnte mich vor Lachen nicht mehr halten. Die Konzentration auf den Straßenverlauf sank und ich kam langsam von der Straße ab. Mein Fahrlehrer griff mir im letzten Moment ins Lenkrad und rettete uns davor, in eine Leitplanke zu rauschen. Ich war geschockt und merkte erst später was eigentlich passiert war.

Mein Fahrlehrer schlug vor, auf einem Parkplatz eine Pause zu machen, da er bemerkte, wie blass mein Gesicht geworden war. Ich fühlte mich schlecht. Wäre mir so etwas mit meinen Freunden passiert, hätten wir einen Unfall gebaut.

Mein Fahrlehrer erklärte mir, dass es einer der Disziplinen sei, die Fahranfänger zu testen, wie bzw. ob sie sich schnell ablenken lassen. Er versicherte mir, dass er Alles im Griff hatte, aber es in anderen Situationen außerhalb der Fahrschule auch anders für mich hätte ausgehen können.