Eine schlechte Note ist nicht nur schlecht für die Schule

Ich hatte heute nach der 7. Stunde Schulschluss und deswegen hat mich mein Opa Egon mitgenommen. Er war noch in seinem alten Laden im Sauerland-Sterin-Hotel. Als wir nun auf dem Rückweg waren, habe ich im Auto meine Sachen sortiert. Nun kam meine Mathematikarbeit zum Vorschein, die wir letzten Dienstag geschrieben hatten. Mein Opa schaute ganz interessiert herüber, verzog dabei aber das Lenkrad etwas. Ich musste ihn darauf hinweisen, dass er bitte nach vorne schauen solle, denn es kamen uns einige Autos entgegen. Als wir dann zur Abzweigung Richtung Eimelrod kamen, las ich meinem Opa etwas aus meiner Mathematikarbeit vor. Ich schaute kurz auf und merkte, dass ein Schulbus aus der Seitenstraße auf unsere Fahrbahn herausfahren wollte. Ich schaute zu ihm herüber und sah, dass seine Augen gespannt auf meine Mathematikarbeit gerichtet waren. Tief versunken vergaß er, sich weiter um den Straßenverkehr zu kümmern. Besorgt schaute ich nun nach vorne auf die Straße. Oh Schreck, wir waren nur noch wenige Meter von einem Zusammenprall mit dem Bus entfernt.

"Achtung bremsen!", schrie ich mit aller Kraft, die ich vor Angst in dem Moment aufbringen konnte. Opa erschrak fürchterlich und ich hatte plötzlich Angst, dass er einen Herzinfarkt erleiden könnte. Mit aller Kraft stieg er "in die Eisen" - die Front des Autos drückte sich förmlich in den Asphalt und das Heck hob sich beträchtlich an. Wie in Zeitlupe verringerte sich der Abstand beider Fahrzeuge unaufhörlich und ich ertappte mich dabei, dass ich "mitbremste", indem ich meine Füße so sehr in die Fußmatte presste, als wolle ich das Bodenblech des Autos durchdrücken.

Unser Auto kam 2 Meter vor dem Bus zum Stehen. Da schwor ich mir, nie wieder eine 5 in Mathe zu schreiben...