Gefährliches Fahren

Sven nervte mich schon, seitdem er eingestiegen war. Er war nur am meckern.
„Fahr mal langsamer Murat, bitte!“
So ging das schon die ganze Fahrt lang, „Murat fahr langsamer, Murat brems mal“ und so weiter.
„Sven hör auf mich zu nerven, ich fahre immer so und bis jetzt ist noch nichts passiert und nur weil du meinst mich löchern zu müssen, werde ich nicht langsamer fahren.“
„Dann lass mich hier wenigstens aussteigen.“
„Nein, wir sind doch gleich da, reiß dich zusammen!“
Und ich gab noch mehr Gas. „180, 200, 220,240…, unbeschreibliches Gefühl, oder Sven?“
„Murat übertreib es jetzt nicht, ich fahr nie wieder mit dir, falls ich das hier überlebe!“
„Du bist so ein Angsthase, entspann dich doch mal.“
„Auf dem Rückweg kannst du selber deinen Kopf riskieren, ich nehm den Bus.“
„Bleib doch mal locker Sven, du fährst doch nicht das erste Mal mit mir mit.“
„Außerdem hast du dich noch nie beschwert.“
„Ja, ich hab mich noch nie über deinen Fahrstil beschwert, und das nur, weil ich dich nicht nerven wollte, aber das hier ist zu viel!“
„Ich finde du übertreibst einfach nur.“
„Guck lieber auf die Straße du Idiot, wir gehen hier noch ehrlich drauf!“
„Ach Sven, halt die Klappe.“
In diesem Moment schaute ich wieder nach vorne und das einzige was ich noch sah, war die braune Rinde eines Baumes.
Ich krachte mit meinem Auto genau in den Baum.
Ich hörte nur noch Sven schreien und das war's, mir war schwarz vor Augen.
Als nächstes wachte ich in der Intensivstation auf, mir fehlt nun ein Bein und meine Nase war gebrochen.
Der Arzt sagte mir, dass ich unfassbares Glück hatte und das nur wenige Leute so einen Unfall überleben.
Als ich ihn nach meinen Freund Sven frage, schüttelte er nur den Kopf und ging wieder.
Erst ab diesem Augenblick war mir klar, was ich getan hab.
Ich hab meinen Freund getötet! Er versuchte mich zu warnen und sagte mir ich soll langsamer fahren, aber ich war stur.
Jetzt ist alles zu spät.