Statistik

Knigge für sicheres Mitfahren

Don'ts

  • keine laute Musik hören
  • Fahrende nicht mit SMS, Chats oder Videos ablenken
  • keine Gefühlsausbrüche auf dem Beifahrersitz
  • keine ablenkenden Kommentare zur Fahrweise während der Fahrt

Dos

  • ruhig und ausgeglichen wirken
  • wenig und nicht zu laut reden
  • Verkehr mitbeobachten und ggf. einen kurzen Hinweis geben
  • wach bleiben, Fahrende bei Laune halten, aber nicht ablenken
  • Nach einer Mitfahrt auch mal eine Rückmeldung als Unterstützung geben
Die News und Zahlen über Unfälle und Getötete sind erschreckend. Auf der einen Seite gibt es viel Präventionsarbeit, die das Verhalten der Verkehrsteilnehmer positiv beeinflusst, auf der anderen Seite nehmen die Möglichkeiten, sich und andere im Straßenverkehr abzulenken, von Jahr zu Jahr zu. Nachrichten, Videos, Musik von Smartphones können z.B. sehr gefährliche Mitfahrer sein.

77 junge Erwachsene je eine Million Einwohner wurden 2013 im Straßenverkehr getötet. Im Vergleich zur Gesamtbevölkerung mit 41 Getöteten je eine Million Einwohner war das Risiko der 18- bis 24-Jährigen, im Straßenverkehr getötet zu werden, fast doppelt so hoch. In keiner anderen Altersgruppe war das Risiko, im Straßenverkehr zu verunglücken, derart hoch.


Quelle: Statistisches Bundesamt, Unfälle von 18- bis 24-jährigen, 2013

 

Seit 1991 ist die Zahl der verunglückten 18- bis 24-Jährigen um die Hälfte von 134.764 auf 66.997 Personen in 2013 zurückgegangen. Die Zahl der Getöteten dieser Altersgruppe im Straßenverkehr sank zwar damit auf 14,8 % aller Getöteten im Straßenverkehr (von 2.749 im Jahr 1991 auf 493 im Jahr 2013). Dennoch ist das Risiko der Altersgruppe fast doppelt so hoch, da ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung nur 7,9 % betrug.


Quelle: Statistisches Bundesamt, Unfälle von 18- bis 24-jährigen, 2013

 

Am höchsten war 2013 das Unfallrisiko 18- bis 24-Jähriger im Saarland mit 1.322 verunglückten jungen Erwachsenen je 100.000 Einwohner dieser Altersgruppe, gefolgt von Bayern mit 1.298. Die niedrigsten Werte hatten Berlin (748), Nordrhein-Westfalen (869) und Brandenburg (899).


Quelle: Statistisches Bundesamt, Unfälle von 18- bis 24-jährigen, 2013

 

Häufiger als andere Altersgruppen verunglücken die 18- bis 24-Jährigen als Benutzer von Pkw: So verunglückten 2013 rund 70,7 % der jungen Erwachsenen als Pkw-Insassen, davon 34.857 als Fahrende und 12.488 als Mitfahrende. Von den in 2013 verunglückten 18- bis 24-jährigen Pkw-Insassen waren 51,0 % weiblich und 49,0 % männlich.


Quelle: Statistisches Bundesamt, Unfälle von 18- bis 24-jährigen, 2013

 

Insbesondere für die Abend- und Nachtstunden, zeigte sich ein vom Durchschnitt abweichendes Unfallgeschehen für die 18- bis 24-jährigen Straßenverkehrsteilnehmer/innen. In der Zeit zwischen 19 Uhr abends und 5 Uhr morgens verunglückten 27,9 % dieser Altersgruppe, aber nur 15,1 % der übrigen Altersgruppen.


Quelle: Statistisches Bundesamt, Unfälle von 18- bis 24-jährigen, 2

 

In den späten Abend- und Nachtstunden des Wochenendes, ab 22 bis 24 Uhr sowie samstags und sonntags zwischen 0 und 7 Uhr verunglückten sehr viele junge Leute tödlich. In diesen 20 Stunden des Wochenendes kam mehr als jeder fünfte (22,5 %) der 493 im Jahr 2013 bei Verkehrsunfällen getöteten 18- bis 24-Jährigen ums Leben, aber nur 6,9 % der Getöteten der übrigen Altersgruppen. Viele dieser nächtlichen Unfälle von jungen Erwachsenen dürften sogenannte „Disco-Unfälle“ sein.


Quelle: Statistisches Bundesamt, Unfälle von 18- bis 24-jährigen, 2013

 

18- bis 24-Jährige im Straßenverkehr
18- bis 24-Jährige haben immer noch das mit Abstand höchste Unfallrisiko im Straßenverkehr. Im Jahr 2013 verunglückten in Deutschland insgesamt 66.997 junge Männer und Frauen dieser Altersgruppe im Straßenverkehr, 493 junge Erwachsene wurden getötet. Damit waren 17,8 % aller Verletzten und 14,8 % aller Getöteten im Straßenverkehr im Alter von 18 bis 24 Jahren, obwohl nur jeder 13. der Gesamtbevölkerung1 (7,9 %) dazu zählte. Die besondere Gefährdung der 18- bis 24-Jährigen wird deutlich, werden die Daten auf die Einwohnerzahlen bezogen: Je 100.000 Einwohner dieser Altersgruppe verunglückten 1.052 junge Erwachsene im Straßenverkehr, dies war mehr als das Doppelte des Durchschnittswertes für die Gesamtbevölkerung (469).


Quelle: Statistisches Bundesamt 2013

 

Probezeit für Fahranfänger und Fahranfängerinnen
Seit 1. November 1986 gibt es die Fahrerlaubnis auf Probe und seit dem 1. Januar 1999 neben der Anordnung zur Teilnahme an einem Aufbauseminar für Fahranfänger auch eine damit verbundene Verlängerung der Probezeit von 2 auf 4 Jahre. Zusätzlich gilt innerhalb der Probezeit ein Verbot des Genusses von Alkohol vor und während der Fahrt. Bei einer weiteren Auffälligkeit wird die Teilnahme an einer verkehrspsychologischen Beratung empfohlen. Diese Hilfestellungen sollen bewirken, dass der auffällig gewordene Fahranfänger die Defizite in seiner Einstellung zum Straßenverkehr erkennt, sein auffälliges Verhalten überdenkt und ändert. Jährlich verlieren 20.000 Fahranfänger ihre Fahrerlaubnis vor Ablauf der Probezeit.


Quelle: www.kba.de

 

Straßenverkehrsunfälle
... sind Unfälle, bei denen infolge des Fahrverkehrs auf öffentlichen Wegen und Plätzen Personen getötet oder verletzt wurden oder Sachschaden entstanden ist. Auskunftspfl ichtig für die Statistik der Straßenverkehrsunfälle ist die Polizei. Demzufolge sind Unfälle, zu denen die Polizei nicht gerufen wurde, in der Statistik nicht enthalten. Es werden Angaben zu Unfällen, Beteiligten, Fahrzeugen, Verunglückten und Unfallursachen erfasst.
3.368 Menschen starben im Jahr 2014 auf deutschen Straßen. Nach vorläufi gen Ergebnissen waren dies 29 Getötete oder 0,9 % mehr als im Jahr 2013. Insgesamt lag die Zahl der Getöteten aber immer noch auf dem zweitniedrigsten Stand seit 1950. Die Zahl der Personen, die schwer oder leicht verletzt wurden, erhöhte sich 2014 gegenüber dem Vorjahr um 4,0 % auf etwa 389.000.


Quelle: Statistisches Bundesamt

 

Ablenkung durch Smartphone und Co.
12. Januar 2015 – Viele Autofahrer und Autofahrerinnen unterschätzen, wie riskant die Nutzung von Handys am Steuer eines Kraftfahrzeugs sein kann. Beim Schreiben und Lesen von Nachrichten während der Fahrt erhöht sich das Unfallrisiko auf das bis zu 23-Fache. Auch der 53. Deutsche Verkehrsgerichtstag vom 28. bis 30. Januar 2015 in Goslar widmete sich diesem Thema.
Rund 2.000 Fachleute aus den Bereichen Jura, Verkehrssicherheit, Polizei, Politik und Wissenschaft diskutierten aktuelle Themen der Verkehrssicherheit und des Verkehrsrechts.


Quelle: Deutscher Verkehrsgerichtstag

 

Fahranfänger werden stärker durch Mitfahrer beeinflusst
Junge Autofahrerinnen und Autofahrer können durch gleichaltrige Mitfahrende stärker vom Verkehrsgeschehen abgelenkt oder zu gefährlichem Verhalten bewegt werden als bisher angenommen. Wissenschaftler des Children’s Hospital of Philadelphia haben den Einfluss von jugendlichen Pkw-Insassen auf das Fahrverhalten untersucht. Künftig könnte damit etwa die zulässige Anzahl von Mitfahrenden eingeschränkt werden.
Laut Studie zeigten die Fahranfänger und Fahranfängerinnen, die häufig mit mehreren Mitfahrenden aus ihrer Altersgruppe unterwegs waren, ein riskanteres Verhalten im Straßenverkehr als andere Fahrende. Eine Untersuchung zur Unfallstatistik ergab, dass junge Männer in Gesellschaft sechsmal häufiger riskante Fahrmanöver wagten als Fahrer ohne Begleitung. Die Wahrscheinlichkeit, aggressives Verhalten zu zeigen, lag bei Gruppenfahrten rund zweimal höher. Junge Frauen fuhren deutlich seltener offensiv, unabhängig von der Anzahl der Insassen.


Quelle: http://www.sciencedaily.com/releases/2012/01/120124092532.htm

 

Begleitpersonen beim „begleiteten Fahren“ immer sicher?
Welche Erwartungen werden eigentlich an Begleitende gestellt? Was zeichnet sie aus, was stört? Fragen, die sich junge Menschen stellen, wenn sie diesen Zugang nutzen. Es hat sich gezeigt, dass eher bei privaten Fahrten, Haushaltserledigungen, Freizeitfahrten und Fahrten zu Schule/Ausbildung begleitet wird. Eine Vor- oder Nachbesprechung der Fahrten findet überwiegend nicht statt, wobei junge Frauen häufiger eine Nachbesprechung nutzen. Ein gutes Feedback, eine Bestätigung richtiger Einschätzungen kann aber bestärken. So hat sich gezeigt, dass Lob eine deutlich stärkere Rolle im Begleiterverhalten hat als Kritik.
Begleitende werden von den jungen Menschen als Zuverlässige wahrgenommen, die man ansprechen kann. Warnhinweise werden als „Frühwarnsystem“ wahrgenommen, aber nur dann als unterstützend angesehen, wenn es die Eigenverantwortlichkeit des jungen Menschen nicht außer Kraft setzt. Begleitende werden in der Regel als sicher, ruhig und ausgeglichen Fahrende erlebt und die Teilnahme am BF17 führt auch zu positiven Verkehrssicherheitseffekten beim Begleitenden selbst.


Quelle: Begleitetes Fahren ab 17 – Prozessevaluation, BASt Heft M 213 aus 2010

 

Alle 17 Stunden wurde im vergangenen Jahr allein auf den Straßen in Nordrhein-Westfalen ein Mensch im Straßenverkehr getötet. 2014 starben insgesamt 520 Personen; 41 mehr als 2013.


Quelle: Westfälischer Anzeiger| Nr. 34/162. Jahrgang, Dienstag 10. Februar 2015

 

Insgesamt 68 Radfahrende (12 mehr als im Vorjahr) und 115 zu Fuß Gehende fanden den Tod, wobei jeweils die Hälfte den Unfall selber verursachten.


Quelle: Westfälischer Anzeiger| Nr. 34/162. Jahrgang, Dienstag 10. Februar 2015

 

Überdurchschnittlich häufig waren junge Erwachsene in Unfälle verwickelt. Die Zahl der Toten stieg hier von 68 auf 72. Alle 41 Minuten verunglückte ein 18- bis 24-Jähriger. Die Zahl der Schwerverletzten stieg um mehr als 11 % auf 13.490.


Quelle: Westfälischer Anzeiger| Nr. 34/162. Jahrgang, Dienstag 10. Februar 2015

 

Mitfahrer-Geschichten